LES HUMPHRIES
               LES HUMPHRIES   

Und noch eine Version der Entstehung der > Les Humphries Singers < !

Nachdem ich aus dem TV und Internet die verschiedensten Versionen der Entstehung der Singers gehört, bzw gelesen habe und nicht eine richtig ist, sitze ich nun hier vor meinem Computer, entschlossen Euch allen zu erzählen, wie es wirklich war, muss dazu allerdings
etwas weiter in der Zeit zurück gehen. Ich werde Menschen mit Namen nennen, die meine Story bestätigen können.

Mein Name ist Uschi Nenninger, ich habe Jimmy Bilsbury Ende 1967, im Top -Ten CLUB in Hamburg auf der Reeperbahn kennen gelernt, wo er mit seiner Gruppe > Magic Lanterns < einen vierwöchigen Auftritt hatte, und zwar am ersten Tag als sie dort aufgetreten sind. Es waren immer zwei Gruppen die sich die ganze Nacht im stündlichen Takt, abwechselten. Während der Pausen kam Jimmy immer zu mir an die Theke und wir haben uns unterhalten. Nach einem Monat ging er nach England zurück. Die Trennung ist uns schwer gefallen. Wir telefonierten stundenlang.
Ich hatte damals Telefonrechnungen zwischen 200,00 und 300,00 DM, was damals unheimlich viel Geld war. Nach 4 Wochen GB hatte er einen weiteren Monat Auftritt in Frankfurt, also fuhr ich nach Frankfurt, wo wir wieder 4 Wochen zusammen waren. Während der Zeit stand fest , dass wir zusammen bleiben wollten. Dort kam jede Nacht ein Mädchen in den Club und hat auf der Bühne mit der Gruppe gesungen, es handelte sich um Puppa. Sie trat damals in amerikanischen Clubs als Sängerin auf. Nach Feierabend kam sie dann immer zu uns.

Einmal kam auch Jimmy Hendrix nach seinem Konzert und hat mit denen kurzfristig eine Jam Session angesetzt .

Kurz bevor Jimmy nach England zurück musste, fuhr ich nach Hamburg und löste meinen Haushalt auf, stellte einige Sachen bei einer Bekannten unter, die ein kleines Hotel in Hamburg betrieb, und fuhr mit zwei Koffern nach Frankfurt zurück. Dann fuhr ich mit der Gruppe in einem alten Van nach England. Unterwegs sagte Jimmy mir dann, dass er verheiratet ist und zwei Söhne hat, Michael & Paul.
Für mich ein Schock, ich war 19 Jahre alt, über beide Ohren verliebt. Was sollte ich tun?
Jimmy meinte nur, er liebt mich und will mit mir zusammen sein, wir würden eine Wohnung nehmen und glücklich werden. Und ich habe ihm geglaubt, weil ich ihm glauben wollte. In England dann wohnte ich zuerst im Haus der Eltern seines Bassisten George, in St.Helens. Jimmy wohnte in Warrington, war aber jeden Tag bei mir, und zu den Gigs fuhr ich auch immer mit.
Irgendwann zogen wir mit der gesamten Gruppe nach London, wo Steve Rowlands ( "Family Dog", mit Irene Sheer, Albert Hammond ect ) der die Gruppe auch produzierte eine Kellerwohnung angemietet hatte. Übelste Umstände, es war kalt und irgendwann war mein Geld alle, die Gruppe verdiente gerade genug um den Diesel zum nächsten Gig und für uns Toastbrot & Marmelade zu kaufen, wir hatten nicht mal Geld für Margarine. In der Wohnung war es so kalt, dass wir den ganzen Tag in dicken Pullovern und unseren Schaffellmänteln rum liefen. Ich machte das ein paar Wochen mit, die Liebe half über viele Missstände hinweg, aber irgendwann sagte ich Jimmy, dass ich zurück nach Hamburg möchte.
Und Jimmy sagte sofort er kommt mit. Also liehen wir uns von Steve das Geld für die Fähre und landeten in Hamburg. Da standen wir dann auf der Straße, kein Heim, ohne Geld. Schließlich nahm uns die Bekannte in ihrem Hotel auf, wir mussten damals keine Miete bezahlen, aber Jimmy hat nach und nach die ganzen Zimmer gestrichen & tapeziert.
Ich arbeitete an der Bar. Und Nachts ging es ins Top-Ten und wenn die zu machten in den Star- Club. Dort trafen wir auch auf Les Humphries, der mit Goldie befreundet war, die dort an der Bar arbeitete. Les kam mit Jimmy ins Gespräch und erzählte ihm, er habe vor bei Joe Menke, der ein Studio in Maschen hat, ein Demo für eine Gospel LP zu produzieren.
Das Ganze ging natürlich über einige Zeit, ich kürze das hier ab. Er wollte Jimmy als Sänger haben.
Goldie hatte eine kleine Wohnung auf St.Pauli mit einem riesigen Flügel im Wohnzimmer und dort übten die Beiden wochenlang. Und irgendwann ging es ab nach Maschen ins Tonstudio, das, für damalige Verhältnisse, grandios eingerichtet war. Und sie machten das Demo mit Studiomusikern & Sänger/innen, die Damen davon war Dornee Edwards und Barbara Johnson, die den Song „to my fathers house“ einsangen.
Mit dem Demo rannte Les dann in Hamburg rum, von einer Plattengesellschaft zur nächsten, und alle winkten ab, von wegen „kein Mensch will Gospel hören“!

Bis er dann zur DECCA kam, die nahmen das Band und pressten eine LP, und daraus wurde 'der Song "to my fathers house" als Single ausgekoppelt.
Der Song kam in Holland in die Hit Parade, zog ein als Nr.30, dann 15 und danach 7 Wochen lang als Nr. 1
Nun wollten die Holländer natürlich eine Gruppe sehen, das Fernsehen fragte nach, aber es gab ja gar keine Gruppe, nur Jimmy & Les, also musste so schnell als möglich eine Gruppe her. Und Les holte sich die Leute von > Hair < zusammen, das Musical das in HH gerade zu Ende war. Enry & Myrna David kamen dazu weil Enry mit Horst Fascher, den Les aus dem Star-Club kannte, verheiratet war. zwei Philippina's passten da ja optisch genau ins Bild.
Kleine Anmerkung am Rande !
So war das mit dem Anfang der Singers. Ich habe das Buch (let the good time roll ) von Host Fascher gelesen, er schreibt, dass er sich nicht erinnern kann, weßen Idee es war die Singers zu gründen? 

Also, um das klar zu stellen, an der ersten LP war nicht einer bzw. eine der 
danach zusammen gestellten Gruppe beteiligt bzw. zu hören.
Nur Les, Jimmy, Dornee Edwards und Barbara Johnson!


Ich bin mir nicht ganz sicher, aber soweit ich mich erinnere war Peggy mit Goldie verwand, das kann ich aber nicht mehr mit Bestimmtheit sagen , Goldie musste auch mit auf die Bühne, denn Les wollte gut aussehende Mädchen haben, egal ob sie singen konnten oder nicht, sie mussten ja nur den Mund bewegen, denn da war noch alles auf Playback.


Kommentar: Ruth, die Schwester von Peggy, war die Freundin von Goldie.)


Da war dann noch ein anderes Problem, Jimmy hatte nur zerissene Jeans und damals wäre es ein Unding gewesen damit auf irgendeine Bühne zu gehen, also habe ich aus einer alten, roten Gardine eine Hose für ihn genäht und er trug ein Oberteil von mir.
Christopher Yim hat einige Tanzschritte mit den allen eingeübt und los gings zum Flug nach Amsterdam. Am Flughafen dort ein Presserummel, wir wurden empfangen wie die größten Superstars. Ein Blitzlichtrummel, wir wussten wirklich nicht wie uns geschah.
Und dann wurden wir in Limusinen in das Hotel Kempinski gefahren, ich weiß nicht wie es den anderen ging, aber ich fühlte mich äußerst merkwürdig, klammerte mich an Jimmy“s Hand und zitterte, obwohl ich ja im eigentlichen Sinne gar nichts damit zu tun hatte.
Am nächsten Morgen, nach wiederholter Einübung der Tanzschritte auf dem Hotelflur ging es dann nach Hilversum ins TV Studio, die Sendung hieß, glaube ich > Edy steady go < kann mich nicht genau erinnern, weiß nur noch dass da Stars wie Jimmy Cliff, Jose Feliciano usw herum liefen. Wir hatten richtig Angst, von wegen Text vergessen usw. Aber die Aufnahmen gingen vorüber und die Zuschauer im Studio jubelten.
Irgendwann danach, Jimmy & Les waren in Maschen im Studio, wollte ich ins Top-Ten um mich mit ein paar Freundinnen zu treffen, und da saß ein Schwarzer mit Gitarre auf der Strasse, ich schaute ihn mir eine Weile an, um ihn dann zu fragen ob er nicht Lust habe bei einer Gruppe mit zu machen ? die Antwort lautete: why not ?
Ich sagte ihm dass wir ins Studio fahren würden, lud ihn samt Gitarre ein und fuhr los in Richtung Maschen. Da geht es ja ein ganzes Stück über die Autobahn und erst viel später sagte er mir dann er habe damals gedacht ich wolle ihn „abschleppen“ Aber dann im Studio hat er vorgesungen und Les hat ihn dazu genommen, Der junge schwarze Mann war Viktor Scott. 

Die Originalsingers die er dann zuerst zusammen hatte seht Ihr hier.
seit 2009 dürfen sich die Orginal -Singers wieder "Les - Humphries - Singers nennen.

Die Sendung aus Holland hat dann Dietmar Börner gesehen und er war sofort begeistert von der Gruppe, er holte sie dann monatlich zu seiner Sendung im NDR. Und so wurden die Singers bekannt. Zuerst in HH und Umgebung, dann zog das immer weitere Kreise und es wurden Auftritte gemacht. Zunächst mal im Hamburger Gefängnis Santa Fu, in Fuhlsbüttel Foto
Über den Sikorsky Musikverlag, Günther Geyer & die Konzertagentur Lippmann & Rau wurde dann ein Konzert in der Hamburger Musikhalle angesetzt, was hatten wir für eine Angst, dass wir die Halle nicht füllen könnten, immerhin fasst die (ich glaube) 5000 Plätze. Aber wie durch ein Wunder war ausverkauft, und die Leute tobten. Das war das Test Konzert und Fritz Rau organisierte daraufhin eine Tournee durch Deutschland. Fritz hat von Anfang an, daran geglaubt. Die ganze Tour war ausverkauft, ein Wort das man in Les Gegenwart nie benutzen durfte, er war so abergläubisch, dachte wenn die Leute das Wort >Ausverkauft< hören gehen sie gar nicht mehr los um nach Karten zu fragen. Les hatte alle Singers vorher gefragt ob sie an den Plattenverkäufen beteiligt werden wollen, oder 500,00 DM pro Auftritt, und alle wollten sie die 500,00 DM. Jimmy war später der Einzige, der an den Tantiemen beteiligt war, da er mit Les zusammen die Songs, teilweise, komponierte und fast alle Texte schrieb.
Ich erinnere mich noch an das erste Geld das wir von der GEMA bekamen, es waren genau 68 000 DM, ein Wahnsinnsbetrag, und ich nähte immer noch fast alle Klamotten für Jimmy, und einen Teil der Mädchen, hatte immer die Nähmaschine mit auf Tournee. Auch diese „berühmte silberne Weste & Hose“ die er bei seinen Gary Glitter Songs trug habe ich genäht .
Wir zogen dann in ein Haus in Fuhlsbüttel , das wir uns gemütlich einrichteten. Dann fuhren wir in Urlaub nach Süddeutschland zu
meiner Familie . In Frankfurt machten wir Halt und besuchten Puppa, wir haben sie gefragt ob sie Interesse daran habe bei den LHS mit zu machen. Sie hatte Lust, und so machten wir einen Termin und Ort klar, wo wir sie auf der Heimreise treffen wollten. Auf dem ganzen Weg bis Frankfurt haben wir gerätselt ob sie da ist, und sie stand da, mit gepackten Koffern. Am Anfang wohnte sie bei uns.
Les wollte sie zuerst nicht haben, da sie nicht seinem Schönheitsideal entsprach, aber Jimmy bestand darauf sie erst mal singen zu lassen und ihre Stimme hat dann auch Les überzeugt, denn er brauchte dringend starke, weibliche Stimmen.
Und so war auch Puppa dabei .
Ich hatte dazwischen meinen Führerschein gemacht, denn Jimmy wollte nicht im Tour Bus mitfahren. Jimmy hatte einen Führerschein, ist aber nur einmal gefahren, nämlich aus der Garage auf die Strasse, dabei hat er einen Schaden von 6000 Mark angerichtet und hat sich danach nie wieder hinters Steuer gesetzt. Und so fuhr ich ihn durch ganz Europa .
Ich habe übrigens nie Alkohol getrunken, nur Cola, und an dem Tag als ich meinen Führerschein machte gab es abends eine Party in Goldie“s Wohnung , jemand gab mir mein Glas Cola mit einem großen Stück Zitrone drin, und das schmeckte irgendwie komisch, als ich das bemerkte meinte Goldie „ das ist die Zitrone“, aber jemand hatte ein bisschen Korn rein getan, und man schmeckt das nicht , jedenfalls fand ich das ganz gut und am Ende des Tages hatte ich meinen ersten Schwips, wie man damals sagte. Jimmy hat ja ganz gut getrunken, aber ich war damals so naiv und habe mir keine Gedanken darüber gemacht, es gehörte einfach dazu. Heute weiß ich das besser, aber es ist leider zu spät. Je mehr Geld er hatte,um so mehr Whisky konnte gekauft werden und um so öfter war er betrunken, aber er konnte das immer charmant überspielen.

Und nun komme ich zur Senung vom NDR

die am 29.12.2007 ausgesrahlt wurde.
"Aufstieg und Fall einer Poplegende"

Ich war an dem Abend rein zufällig zuhause, da ich beruflich fast immer unterwegs bin. Meine Mutter rief mich an, um mir zu sagen, dass ein Film über die LHS kommt. Natürlich habe ich mir die Sendung angeschaut, und ich bin entsetzt über so einige Aussagen von Tina Werner-Kemp. Entweder sie hat sich versprochen, oder ich habe was mit den Ohren.
Zuerst mal nennt sie meinen Namen, Tina hat wohl gedacht ich bin schon tot, oder weswegen erzählt sie solche Sachen? Jimmy war mit der falschen Frau zusammen,? woher willst sie das wissen, sie hat uns privat nie erlebt, und glaubt sogar da war Gewalt im Spiel, aber ER habe sich nie gewehrt ! Ja, da war Gewalt im „Spiel“, und zwar so schlimm, dass ich manchmal tagelang nicht aus dem Haus konnte, weil ich so schlimm aussah! Fast immer wenn wir zusammen aus waren und Jimmy getrunken hatte, meinte er nachher, ich hätte zuviel mit dem einen oder anderen Mann geredet und da hat er mich dann zusammen geschlagen. Ich hätte irgendwelche Traum-männer, ich hatte meinen Traummann zuhause, aber mache das mal einem eifersüchtigen Alkoholiker klar. Am Morgen, wenn er mich dann sah hat er geweint und versprochen, dass es nie wieder vorkommt, und ich habe ihm geglaubt, immer wieder..
Als das zum letzten Mal passierte waren meine Mutter und meine Schwester zu Besuch, und so habe ich ihn morgens ins Studio gefahren, dann meine Familie zum Bahnhof, ich fuhr nach Hause, habe ein paar Sachen gepackt und bin ab nach England. Bei meiner Rückkehr saß dann Renate im Haus, die er, als er ohne mich in München war, kennen lernte. Soviel erstmal zu seiner Eifersucht.
Und ich, logisch war ich eifersüchtig, ich war jung, ich war verliebt und hatte ihn fast 2 Jahre für mich alleine und musste ihn plötzlich mit ganz Europa teilen, eine Erfahrung mit der ich zu der Zeit eben schlecht umgehen konnte.
Und einige Singers wissen besser als ich, dass ich allen Grund zur Eifersucht hatte, nichtwahr ?
ich könnte dazu noch so einiges schreiben, will Euch das aber ersparen. 
Jimmy kam aber, trotz Allem immer noch zu mir, und als es mir dann zuviel wurde habe ich ihn vor die Entscheidung gestellt, entweder Renate oder ich, er druckste dann so herum. Renate sei extra aus München angereist usw. usw . ich habe ihn dann nicht mehr in meine Wohnung gelassen und bin kurz darauf für längere Zeit nach England gegangen.
Trotz allem, Jimmy war meine erste große Liebe, und nach 40 Jahren ist das Böse der Beziehung verblasst. Geblieben ist der großartige Musiker und Sänger, der mich doch mal geliebt hat, und mit dem ich einige Jahre meines Lebens verbringen durfte, trotz aller „Seelenverwandten“ die danach gekommen sind.

Jimmy der viel zu früh gehen musste. seine letzte Ruhestätte

So, meine Lieben, das war der Anfang der Les Humphries Singers, das Ende habe ich leider nur aus der Presse mit bekommen, aber ich habe, wie es der Zufall so will, Ina aus Berlin kennen gelernt und so habe ich wenigstens Einiges, was dazwischen los war, aus erster Hand erfahren. Ich habe Vertrauen zu Ina gefasst und ihr meine kostbaren Fotos anvertraut, damit sie sie für eine ordentliche Homepage verwenden kann. Wir saßen fast einen ganzen Tag zusammen und haben Fotos ausgesucht, bin extra dafür nach Berlin gefahren und ich hoffe einigen treuen Fans damit eine Freude bereitet zu haben.

Bereit meine Aussagen zu bestätigen ist Malcolm Magaron, zu dem ich seit einiger Zeit wieder Kontakt habe


Sollte irgendwer noch irgendwelche Fragen haben, bitte an ina.felix@onlinehome.de
 

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